125 Jahre Innung Farbe Köln

27 Meisterbriefes eintragen ließ.Diese„Magna Charta des Handwerks“ hatte grundlegenden Bestand. Sie wurde sogar nahezu wörtlich in die Handwerksordnung der Nachkriegszeit übernommen. Für die Kölner Maler- und Anstreicher-Innung liegen keine Quellen für die Zeit der Gleichschal- tung vor. Innungsobermeister war seit 1916 Conrad Ahl, der seit 1900 den alteingesessenen Betrieb seines Vaters, einem Kirchenmaler, weiterführte. Seine Betriebsräume befanden sich in der Ursu- lagartenstraße Nr. 9, laut Kölner Adressbuch von 1932 war dies auch die Adresse der (freien) In- nung. Er war Mitglied des Kölner Stadtrates, saß in den Vorständen von Handwerkskammer und Ortskrankenkasse und war außerdem Vorsitzender der „Kölner Vereinskasse“. Ob er den „Säube- rungsaktionen“ der Nazis zum Opfer fiel, ist nicht überliefert, aber durchaus wahrscheinlich, da er der Zentrumspartei angehörte. Nachfolger wurde Gustav Nitsche aus Lindenthal. Die Geschäfts- stelle wurde zunächst 1933 in der Weyerstraße 93 eingerichtet und 1934 in die Rubensstraße 41 verlegt. Gustav Nitsche blieb Obermeister der Innung, die sich jetzt nur noch „Maler-Innung“ nannte. 1935 ist im Adressbuch erstmalig die „Lackierer-Innung für den Regierungsbezirk Köln“ erwähnt, offenbar eine parallele Neugründung. Im gleichen Jahr wurde Franz Christ (Betrieb in der Domstraße) Ober- meister der „Maler-Innung für den Stadtkreis Köln“. Die Geschäftsstelle wechselt in die Kreuzgasse 19, der Adresse der Kreishandwerkerschaft Köln-Stadt. Dort also, wo bisher schon der Innungsausschuss domizilier- te.Von den 53 eingetragenen Kölner Innungen hatten sich 15 der Büroge- meinschaft in der Kreuzgasse 19 angeschlossen. 1937 verlegte auch die Lackierer-Innung ihre Geschäftsstelle in die Kreuzgasse 19 zur Kreishand- werkerschaft. Von 1941 bis 1945 war Heinz Bonjean Obermeister. Weder über Vorstandssitzungen noch über sonstige Aktivitäten der Innung liegen noch Unterlagen vor, sie wurden mit der totalen Zerstörung der Innenstadt Kölns ebenfalls vernichtet. Obermeister Conrad Ahl (1916 – 1933)

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