47 licher und appellierte an die Verantwortung der Ausbildungsmeister, etwas gegen den moralischen Tiefstand und die mangelhafte handwerkliche Ausbildung der Jugendlichen zu unternehmen. Es wäre eine Verpflichtung der Lehrherren darauf zu achten, dass ihre Lehrlinge ihrer Berufsschul- pflicht Genüge täten und sie diese darüber hinaus nicht nur als billige Arbeitskräfte betrachteten. Im Herbst 1948 wurde von der Innungsversammlung für die Lehrlinge im 3. Ausbildungsjahr ein zusätzlicher Unterricht organisiert, dessen Kosten von der Innung zunächst vorfinanziert und schließlich auf die Mitglieder umgelegt wurde. 1949/50 wurde in der neuen Innungsgeschäftsstelle ein Schulungs- und Prüfungsraum eingerichtet. Lehrlingslossprechungen wurden in den frühen Nachkriegsjahren in Verbindung mit einer Mitgliederversammlung, meist im Anschluss, im feier- lichen Rahmen organisiert. Ab Herbst 1960 bemühte man sich darum, den Lossprechungen im Interesse von Lehrling, Eltern und Lehrherrn durch festliche Musik noch mehr Würde zu ver- leihen. Ende der 1970er Jahre wurden die Lossprechungsfeierlichkeiten losgelöst von den Innungs- versammlungen eigenständig organisiert, wobei diese kombiniert wurden mit einem kulturellen Erlebnis (z. B. Besichtigung von Museen) und einer schwungvollen Abendveranstaltung. In derVorstandssitzung am 7. Januar 1952 wurde erstmals über die Einrichtung einer Lehrlings- werkstatt diskutiert und dazu eine Kommission aus Vorstandskollegen gebildet. 1954 wurden frei- willige Zwischenprüfungen für Lehrlinge durchgeführt, um gezielt auf Schwächen aufmerksam machen zu können. Gleichzeitig begannen Förderkurse für die praktische Unterweisung in der Lehrwerkstatt (Schulungsräume am Karthäuserwall). Schon 1957 konnte der Lehrlingswart der Innungsversammlung berichten, dass die Förderkurse sich bei den Ergebnissen der Zwischenprü- fungen bereits positiv ausgewirkt hätten. Nachdem die Lehrräume im Gebäude Rolandstraße 63 ab 1960/61 genutzt werden konnten, gewann die Zusatzausbildung für Lehrlinge und Gesellen noch mehr an Qualität. In der Zeitschrift „ Händlerschutz“ (1. März 1966) war dazu zu lesen: „Es ist ein Ruhmestitel der Kölner Maler-Innung, dass sie sich der Sicherung und Förderung ihres Nachwuchses mit aller Energie und Sorgfalt widmet. Es steht ein Lehrlingswart von besonderer
